Das Buhei um Deniz Yücel

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir derzeit nicht in quasi Echtzeit über den in der Türkei verhafteten Journalisten Deniz Yücel informiert werden. Quer durch alle Parteien und Medien wird lautstark dessen Freilassung gefordert. Spiegel-Online vergisst sogar mal sein tägliches “Trump-Bashing” und berichtet statt dessen über einen Zettel, mit dem sich Herr Yücel aus der Untersuchungshaft gemeldet hat.

Deniz Yücel  Screenshot Spiegel-Online

Wir werden das Gefühl nicht los, hier handele es sich um einen unerschrockenen Kämpfer für die Wahrheit, der in die Mühlen eines profaschistischen Systems gekommen ist. Und tatsächlich ist die Freiheit der Meinung in der Türkei ja leider keine Selbstverständlichkeit.

“An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!” heißt es schon bei Johannes in der Bibel, und so wollen wir uns mal die Taten, sprich die Texte, des Herr Yücel ansehen.

So schrieb er in der “taz” unter der Überschrift “Super, Deutschland schafft sich ab!” unter anderem:

“…..Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite. …..”

Der Text wurde später als Satire hingestellt. Mag sein, dann ist es aber zumindest eine ziemlich deutschfeindliche Satire. Man fragt sich, weshalb Herr Yücel einen deutschen Pass besitzt, wenn er doch das Aussterben eben dieses Volkes für erstrebenswert hält.

In einem anderen Text, ebenfalls in der “taz”, widmet er sich Thilo Sarrazin. Zitat:

“So etwa die oberkruden Ansichten des leider erfolgreichen Buchautors Thilo S., den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten.“

Für diese Zeilen musste die Zeitung eine Unterlassungserklärung unterschreiben und an Herrn Sarrazin ein Schmerzensgeld zahlen.

Womit ich zu meiner These komme: Deniz Yücel ist kein Kämpfer für irgendwas, sondern einfach ein Großmaul ohne Kinderstube. Dem aber – gehätschelt vom rot-grünen Medienmainstream –noch nie seine Grenzen gezeigt wurden. Sarrazin beschimpfen ist schließlich immer gut, und Hass auf Deutschland und die Deutschen ist in diesem Milieu geradezu unerlässlich.

Ich weiß nicht, was er auf türkisch verfasst hat, aber wenn diese Texte nur annähernd an ihre deutschen Pendants herankommen, dann muss er sich wundern, wieso er “nur” verhaftet wurde. Denn in der Türkei ist es eben nicht en vogue, das eigene Land und das eigene Volk zu beschimpfen.

Ein wenig einsitzen und sich darüber im Klaren werden, dass Taten, auch verbale, immer mit Folgen verbunden sind, kann Herrn Yücel also nicht schaden.

In Deutschland zurück, Dank diplomatischer und medialer Breitseiten entlassen, darf er sich dagegen auf einen triumphalen Empfang seitens seiner Claqueure freuen. Und kurz darauf zu neuen Beschimpfungen auf das Land ausholen, dass ihn gerade aus der Malaise gepaukt hat.

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